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Zutat

Madeira

Fortifizierter Wein mit geschützter Herkunft von der portugiesischen Atlantikinsel Madeira, mit Wärme ausgebaut.

Madeira ist ein fortifizierter Wein und eine geschützte Ursprungsbezeichnung: Er darf nur von der portugiesischen Atlantikinsel Madeira kommen. Dort treffen subtropisches Klima, steile terrassierte Hanglagen und vulkanische Böden aufeinander.

Fortifiziert heißt, der Wein bekommt Traubenalkohol. Beim Madeira kommt Wärme dazu. Der Ursprung liegt in der Seefahrt: Auf langen Reisen standen die Fässer in Sonne und Wärme, und der Wein wurde dadurch stabiler und aromatischer.

Für die Wärme gibt es zwei Verfahren. Bei der Estufagem liegt der Wein mindestens drei Monate in Stahltanks bei bis zu 50 °C und kühlt danach über 14 Tage langsam ab. Bei Canteiro lagert er in Holzfässern bis 700 Liter unter dem Dach des Lagerhauses, mindestens zwei Jahre im Fass; abfüllreif ist er frühestens nach 36 Monaten. Während der Wärmebehandlung liegt der Alkohol zwischen 17 und 22 % vol. Beide Verfahren machen Madeira so stabil, dass eine geöffnete Flasche Jahre hält.

Rebsorten und Süße: Tinta Negra ist die häufigste Rebsorte und deckt alle Süßegrade ab. Sercial steht für sehr trocken, Verdelho für halbtrocken, Boal oder Bual für halblieblich, Malvasia oder Malmsey für süß. Colheita und Frasqueira bezeichnen Jahrgangs-Madeira. Altersangaben reichen bis 40 Jahre, darüber geht es in Zehnerschritten weiter. Die Zahl ist ein Mittelwert, kein Mindestalter.

Im Drink: Sercial passt zu ungelagerten Spirituosen wie Gin, Aquavit und Wodka, Verdelho zu kurz gereiften Zuckerrohrspirituosen, kurz gereiftem Weinbrand und milden Whiskys, Boal zu lang gereiftem Rum und Brandy. Malmsey ist die üppige Süße eines Dessertweins.

Quellen

  1. Jörg Kalinke: „Madeira, Portwein und Sherry kurz erklärt“, Blogbeitrag auf drinklink.de, 2026