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Spirituose / Kategorie

Grenadine

Roter Sirup, ursprünglich aus Granatapfel (französisch „grenade“); seit etwa 1895 in Cocktailbüchern, heute meist ohne Granatapfel.

Grenadine ist ein roter Sirup. Der Name stammt vom französischen „sirop de grenadine“, gebildet aus „grenade“, dem französischen Wort für Granatapfel, und nicht von der Karibikinsel Grenada. Im Englischen ist das Wort seit 1896 belegt.

Granatapfelsirup im 19. Jahrhundert

In New York verkaufte ein Hersteller vor 1872 Sirup aus Granatapfelsaft unter den Namen „Grenadine“ und „Grenade Syrup“ und erwirkte in diesem Jahr vor dem New York State Supreme Court eine einstweilige Verfügung gegen einen Konkurrenten, der ebenfalls „Grenade Syrup“ verkaufte.

Einzug in die Cocktailbücher

Die großen amerikanischen Barbücher des 19. Jahrhunderts kennen keine Grenadine: Jerry Thomas (1862) arbeitet mit Himbeer- und Erdbeersirup, auch Harry Johnson (1882), O. H. Byron (1884) und „The Only“ William (1891) führen sie nicht. Bei William Boothby (1891) steht sie einmal, in einem Sorbet. Erst George Kappler bringt sie 1895 in „Modern American Drinks“ in mehreren Rezepten, darunter ein Grenadine Cocktail mit der Anweisung, Grenadine in jedem Cocktail statt Zuckersirup zu verwenden. 1896 folgt in Paris Louis Fouquets „Bariana“ mit Drinks wie dem Bosom Caresser. Jacques Straub führt 1914 in „Drinks“ unter anderem Aviation, Bacardi Cocktail und Jack Rose mit Grenadine.

In mehreren Rezepten löste Grenadine den Himbeersirup ab: Der Clover Club stand zuerst mit Himbeersirup in den Büchern, später mit „Himbeersirup oder Grenadine“. Robert Vermeire schreibt 1922, Grenadine werde oft statt Himbeersirup genommen.

Grenadine ohne Granatapfel

Schon 1906 druckt „The Standard Manual of Soda and Other Beverages“ eine Grenadine ohne Granatapfel: Nelkenöl, Orangenschalenöl, Ingwertinktur, Vanilleextrakt, verdünnte Phosphorsäure, Maraschino und Cochenille als Farbe. 1912 entschied ein US-Gericht im Fall „United States v. Thirty Cases Purporting to be Grenadine Syrup“, dass eine Grenadine ohne Granatapfel nicht irreführend sei, weil Käufer in den USA keinen Granatapfel erwarteten. David Embury nennt Grenadine 1948 einen Sirup, der „vor allem für die Farbe, nicht für den Geschmack“ verwendet werde.

Eine gesetzliche Definition gibt es weder in den USA noch in der EU: Weder ein Mindestanteil an Granatapfel noch die Zuckermenge ist vorgeschrieben. Eine verbreitete US-Grenadine bestand 2012 laut Zutatenliste aus Maissirup mit hohem Fruchtzuckeranteil, Wasser, Säuerungsmitteln, Konservierungsstoff, Aromen und den Farbstoffen Allurarot und Brillantblau. Was eine Grenadine enthält, steht nur in der Zutatenliste der jeweiligen Flasche.

Quellen

  1. Camper English: The History of Grenadine Use in Cocktails – Literature Review (Alcademics) – https://alcademics.com/?p=3299, 2012
  2. Camper English: When Did Grenadine Become an Artificial Ingredient? (Alcademics) – https://alcademics.com/?p=3297, 2012
  3. Camper English: The History of Grenadine Use in Cocktails – Theories and Conclusions (Alcademics) – https://alcademics.com/the-history-of-grenadine-use-in-cocktails-theories-and-conclusions/, 2012
  4. Online Etymology Dictionary: grenadine – https://www.etymonline.com/word/grenadine